Führungen



Führungen für Kinder- und Schulklassen-Gruppen
Anmeldung:    buchung@mpz.bayern.de
                        Tel.: 089 / 954 115 2  -20, -21, -22

Ödön von Horváth gehört zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschsprachigen Bühnen. Sein Roman "Jugend ohne Gott" zählt zum Kanon deutschsprachiger Literatur und ist ein Klassiker der Schullektüre. Viele Autor/innen nach 1945 wie Peter Handke, Peter Turrini, Franz Xaver Kroetz, Elfriede Jelinek oder Felix Mitterer stehen deutlich in der dramatischen Nachfolge Horváths.
Die Ausstellung inszeniert Räume in starken Bildern entlang seiner zentralen Stücke „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Italienische Nacht“ und „Kasimir und Karoline“: ein Wirtshaus nach einer Schlägerei, die Rummelplatzatmosphäre des Oktoberfestes und die kalten Kacheln einer Metzgerei. Die Darstellung der Verflechtung von Ökonomie, Erotik und Politik wird überall greifbar.
Darüber hinaus werden Einblicke in die Entstehung und Rezeption der Stücke gegeben. Die aufwendig und ansprechend inszenierte Schau macht auch die politische Substanz und brisante Aktualität von Horváths Dramatik deutlich.
2018 hatte die beeindruckende Ausstellung mit großem Erfolg Premiere in Wien. Für das Deutsche Theatermuseum wurde sie um viele Bezüge Horváths zu Murnau und München aktualisiert.
Die Führungen veranschaulichen Horváths gedankliche und räumliche Welten.         

(MPZ Bayern)

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MVHS im Museum führt an vier ausgewählten Samstagen durch die Ausstellung.


29.6.              14:00 Uhr

20.7.              14:00 Uhr

10.8.              14:00 Uhr

21.9.              14:00 Uhr


Dauer:           60 Minuten


Ödön von Horváth hat sich als "Chronist seiner Zeit" gesehen und an einer steten "Demaskierung des Bewusstseins" mittels Literatur gearbeitet. In seinen genialen Dialogen werden die engen Verflechtungen von Erotik, Ökonomie und Politik freigelegt.
Mit seiner Durchdringung der kleinbürgerlichen Sprache wirkte er stilprägend für die deutschsprachige Literatur nach 1945.
In der aufwendig inszenierten Ausstellung des Theatermuseums werden am Beispiel der Dramen Geschichten aus dem Wienerwald, Kasimir und Karoline und Italienische Nacht die politische Substanz und brisante Aktualität von Horváths Dramatik deutlich.


Anmeldung:  direkt vor Ort bei der Dozentin 
Informationen:  Tel.: 089 48006 6726 / cordula.starke@mvhs.de

Gebühr:        € 5,00 zuzüglich Eintritt

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Gruppenführungen bitte über die MVHS anfragen: cordula.starke@mvhs.de
Ab 5 bis maximal 15 Personen, freitags, samstags, sonntags möglich!

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Führungen an Sonntagen mit der Theaterwissenschaftlerin Anette Spieldiener



Vor 100 Jahren, im Herbst 1919, zieht Ödön von Horváth nach München. Die Pension Doering in der Ludwigstraße 17b ist sein erster Wohnort. An der LMU schreibt er sich für Theaterwissenschaft und Germanistik ein. Schon die Anregungen und Erfahrungen seiner Studienzeit liefern Stoff für seine Werke.
Umso mehr später die Beobachtungen der Menschen in Murnau, wohin Horvath zwischen 1924 und 1933 seinen Hauptwohnsitz verlegt, da seine Eltern dort ein Landhaus erworben haben. Er studiert Verhaltensweisen der Schicht, die den raschen Aufstieg des Nationalsozialismus befördert. Oft sitzt er an Wirtshaustischen, hört den Menschen zu und macht seine Notizen. Das Prinzip „Zettelkasten“ ist seine Arbeitsmethode. Denn auf losen Zetteln finden sich Titel, Konzepte und Dialogfetzen, die er später ausarbeitet. Bald wird er zu einem Dialektspezialisten, der die Sprachformen verschiedener Schichten nuanciert unterscheiden kann. Viele Stücke und Prosaskizzen wurzeln in Beobachtungen, Erlebnissen und Notizen seiner Murnauer Jahre. Das gesammelte Material fließt ein in seine berühmten Volksstücke „Italienische Nacht“ (1930), „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (1931) „Kasimir und Karoline“ (1932) und „Glaube Liebe Hoffnung“ (1933).
Ab 2. Juni heißt die Theaterhistorikerin Anette Spieldiener zu Sonntagsführungen in der
Ausstellung „Ödön von Horváth und das Theater“ willkommen. Ausgehend von den genannten Stücken tauchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung zum einen in Horváths Biographie ein, die Anette Spieldiener anhand zahlreicher Zitate lebendig vor Augen führt. Die Theatertexte zeigen aber auch, dass Horváth mit der immer wieder auftauchenden und schon von den Zeitgenossen wahrgenommenen Verkettung von Erotik, Ökonomie und Politik treffend die gesellschaftliche Situation der 1920er und 1930er Jahre analytisch spiegelt. Die von Horváth herauskristallisierten Mechanismen sind jedoch keineswegs obsolet! Nicht nur das Theater der sechziger und siebziger Jahre entdeckt Horváths Bühnenkosmos neu als Reflexionsraum.
Besonders ein Blick auf die heutigen gesellschaftlichen Bruchlinien zeigt, wie aktuell sein Werk für das Theater wie für die Lektüre ist.

JUNI                                                                      
SO, 02. Juni 12:30 Uhr                                     
SO, 16. Juni 12:30 Uhr                                     
SO, 23. Juni 12:30 Uhr                                     
SO, 30. Juni 12:30 Uhr
JULI
SO, 07. Juli 12:30 Uhr
SO, 21. Juli 12:30 Uhr
SO, 28. Juli 12:30 Uhr
SEPTEMBER                                                         
SO, 1. September 12:30 Uhr                          
SO, 15. September 12:30 Uhr                         
SO, 22. September 12:30 Uhr                       
SO, 29. September 12:30 Uhr        
OKTOBER
SO, 13. Oktober 12:30 Uhr
SO, 20. Oktober 12:30 Uhr
SO, 27. Oktober 12:30 Uhr
NOVEMBER
SO, 3. November 12:30 Uhr
SO, 10. November 12:30 Uhr
SO, 17. November 12:30 Uhr

Treffpunkt ist immer ca. 10 Minuten vor Führungsbeginn im Foyer.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gebühr: € 9,00 plus Eintritt




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Kuratoren-Führung am Sonntag, 10.11.,

11:00 – 12:00 Uhr


Nicole Streitler-Kastberger führt durch die HORVÁTH-Ausstellung

geb. 1972 in Dornbirn/Österreich.
Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Autorin.
Studium der Germanistik und Romanistik an der Universität Wien. Von 2003–2005 Mitarbeit an der digitalen Robert-Musil-Ausgabe (KARMA).
Seit 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Wiener Ausgabe der Werke und Briefe Ödön von Horváths.


Um Anmeldung wird gebeten: Tel. 089 210691 28 oder info@deutschestheatermuseum.de

Gebühr:    € 3,00 plus Eintritt