ZUKUNFT BÜHNENBILD. Ein utopischer Modellversuch.

Für sechs Tage wird das Museum zum Labor, zum Offenen Atelier, in dem die Entwicklungsmöglichkeiten des Bühnenbildes für das Theater der Zukunft untersucht werden.

Dienstag, 11.10. – Freitag, 14.10.2022, 11 – 17 Uhr
Lange Nacht der Museen, 15.10.2022, 18 – 1 Uhr

Foto © Trey Ratcliff

Die Realität des Klimawandels, der politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen fordern ein Umdenken beim Umgang mit schwindenden Ressourcen. Und es stellt sich die Frage: Wie können wir als Künstler:innen darauf reagieren?
Auf der Suche nach Antworten transformieren wir den Museumsraum. Er wird zum immersiven Experimentierraum, er wird untersucht durch Performances, durch Licht-, Sound- und Videoinstallationen. Wir beziehen die Besuchenden des Museums mit ein und dokumentieren den Prozess.
Unser Experiment wird ergänzt durch Gespräche mit Expert:innen aus der deutschsprachigen- und internationalen Theaterszene.

Wir: Das sind Prof. Michael Simon, Leiter und Initiator von "Zukunft Bühnenbild", Tilman Neuffer, Dramaturg, sowie weitere Gäste. Zusammen mit den Bühnenbildstudierenden der Klasse von Prof. Katrin Brack der Akademie der Bildenden Künste München forschen wir im Deutschen Theatermuseum an folgenden Themen: MEDIALE BÜHNE, MATERIAL UND NACHHALTIGKEIT, DIGITALITÄT, DENKRÄUME, IMMERSION, INTERNATIONALE POSITIONEN, KOOPERATIONEN.

Eingeladen und digital zu Gast sind u.a.: Elisabeth Efua Sutherland, Performerin, Künstlerin, Theaterleiterin, Accra, Ghana; Shannon Scrofano, Künstlerin, Designerin, Dozentin, Los Angeles, USA; Xinmo Li, Künstlerin, Performerin, Kritikerin und Forscherin für feministische Theorie, Chengdu, China; Sanchayan Ghosh, Künstler, Dozent, Santiniketan, Indien. (In englischer Sprache)

Live und analog finden vor Ort Gespräche statt mit: Victoria Behr, Kostümbildnerin; Katrin Brack, Bühnenbildnerin, Professorin für Bühnenbild; Tina Lorenz, Leiterin des Digitaltheaters des Augsburger Staatstheaters; Simone Manthey, Bühnenbildnerin, Grafikerin; Christian Ziegler, Regisseur, Künstler, Performer; Stephan Wetzel, Dramaturg, Lektor; Peter Buchheit, Werkstattleiter der Bayerischen Staatsoper; Miro Craemer, Künstler und Kurator; Christian Kass, Lichtgestalter an der Bayerischen Staatsoper; Ilja Mirsky, Digitaldramaturg am Residenztheater; Charlotte Marr, Lichtgestalterin an den Münchner Kammerspielen; Cendra Polsner, digitale Szenografin; Bernhart Schwenk, Kurator an der Pinakothek der Moderne, Dozent. (In deutscher Sprache)

Expertengespräche finden zwischen 14 Uhr und 17 Uhr statt. Das ausführliche Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Ein Besuch des Offenen Ateliers ist zu den Öffnungszeiten des Museums jederzeit möglich. Eintritt frei.

Eine Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München
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Lange Nacht der Münchner Museen im Deutschen Theatermuseum
15.10.2022, 18 bis 1 Uhr


Ausstellungspreview „Theaterfotografie" und Finissage „Bühnenbild der Zukunft": Das Deutsche Theatermuseum hebt den Vorhang für einen ersten Einblick in die kommende Ausstellung zu Theaterfotografinnen in der Weimarer Republik. Im großen Saal erwartet die Besucher:innen ein utopischer und interaktiver Modellversuch: Studierende der Bühnenbildklasse präsentieren das Ergebnis einer Woche offenen Ateliers mit Theorie und Praxis zur Zukunft des Bühnenbilds.






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Nini & Carry Hess. Gertrude Fuld. Theaterfotografie in der Weimarer Republik.

10.11.2022 – 08.03.2023
Sneak Peek zur Langen Nacht der Museen am 15.10.2022

1913 gründen Nini und Carry Hess ein Fotoatelier in Frankfurt, das schon bald zu den angesehensten in Deutschland gehört. Vor ihrer Kamera: ein Theater zwischen Gestern und Morgen, Expressionismus und Neue Sachlichkeit, promintente Künstlerinnen und Künstler aus dem Frankfurter Kulturleben und darüber hinaus, das Habima-Theater auf Gastspielreise – und immer wieder sensible Aufnahmen der „Neuen Frau“, dies- und jenseits der Bühnen.

Auf umkämpftem Markt dokumentiert Anfang der 1930er Jahre Gertrude Fuld das Theaterleben in München, ihre Bilder entstehen direkt auf den Bühnen. Es sind theaterdokumentarische Zeugnisse einer Zeit in unheilvollem Wandel. Die preisgekrönten Fotografinnen sind Teil einer Entwicklung, die mit dem Atelier Elvira in München einen berühmten Anfang nahm: Weibliches Unternehmertum im Bereich der Fotografie.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlieren alle drei Frauen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihre Erwerbsgrundlage in Deutschland. Leben und Werk von Nini und Carry Hess werden vernichtet. Gertrude Fuld rettet sich mit ihrem Partner und späteren Ehemann Jules Fehr über Paris in die Schweiz. 1940 gründet sie unter dem Namen Gertrude Fehr in Lausanne eine Fotoschule.

Das mit der Zerstörung des Ateliers durch die Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht vernichtete Gesamtwerk der Schwestern Hess wurde erstmals 2022 in einer Ausstellung des Museums Giersch der Goethe-Universität Frankfurt präsentiert. Im Deutschen Theatermuseum ist die Ausstellung als Teilübernahme mit einem Schwerpunkt Theaterfotografie zu sehen, flankiert von Arbeiten von Münchner Fotograf:innen der Zeit.

Eine Teilübernahme des Museum Giersch der Goethe-Universität, Frankfurt am Main.
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern