Gespräch
Zeichnen auf der Probe
Comic-Kunst von Lisa Frühbeis

Bühne frei für den Comic: Für die Ausstellung „making THEATRE. Wie Theater entsteht“ hat die Comic-Künstlerin Lisa Frühbeis die Proben zu „Romeo und Julia“ am Residenztheater mit Stift und Skizzenblock begleitet. Ihre Bilder sind aktuell im Deutschen Theatermuseum zu sehen und ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern einen besonderen Blick auf den Entstehungsprozess der Inszenierung. Im Gespräch mit Michael Schleicher, Feuilletonchef von "Münchner Merkur" und "tz", berichtet Frühbeis von ihrer Arbeit, für die Ausstellung und weit darüber hinaus, und spricht über das Zeichnen als Dokumentationstool für sensible Prozesse und Inhalte.

Lisa Frühbeis, Jahrgang 1987, studierte in Paris, Urbino und Augsburg. Sie schreibt und zeichnet gesellschaftspolitische Comics. Ihr erstes Buch, die feministische Comicstripsammlung "Busengewunder", erschien 2020 im Carlsen Verlag und erhielt den Max und Moritz Preis für den besten deutschen Comic Strip. “Der Zeitraum” erhielt 2022 den Ginco-Award für den besten Webcomic und erschien in Buchform im Juni 2023 bei Carlsen Comics. Sie erhielt außerdem den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur, den Red Dot Design Award, den German Deaign Award, und einen 3x3 Illustration Merit Award.
Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Sie gestaltet auch für den öffentlichen Raum, so auch eine jüdisch-feministische Tram, und die Fensterfront eines öffentlichen Schwimmbads. Illustration hat sie an vielen Hochschulen unterrichtet, u.A. an der Hochschule Würzburg und der TU München.
© Maren Richter

Michael Schleicher ist Leiter der Feuilleton- und Medienredaktion von „Münchner Merkur" und „tz“. Davor war er Redenschreiber von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie des Zentralrats der Juden. Zuletzt erschienen die Bücher „München. Lesen und lesen lassen“ (Verlag Klinkhardt & Biermann) sowie „Boxing Cuba“ (Hirmer Verlag). Mit Graphic Novels beschäftigt er sich nicht nur als Kritiker, sondern auch im wissenschaftlichen Kontext sowie als ehemaliger Mitorganisator des Münchner Comicfests.
© Astrid Schmidhuber
Termin
11. März 2026Mittwoch, 19:00 Uhr