Sonderveranstaltung
Szenische Lesung
Erinnerung an Franz Rapp: Pionier der Münchner Theaterforschung

Gruppenfoto mit (von links nach rechts): Bildhauer Wirsing, Praesident Miller, Dr. Rapp, Frau Rapp, Geheimrat Förster, Frau Holl, Ministerialrat Daxenberger, Geheimrat Bulle, Frau Förster, Professor Holl, Geheimrat Halm, Theaterwissenschaftlichen Woche in Magdeburg, 1927. Foto: Carl und Lisa König. Deutsches Theatermuseum, ID 270463.
Unter Franz Rapps Leitung wurde das Deutsche Theatermuseum zur wichtigen Sammlungs- und Ausstellungsstätte für Theaterarchivalien. Zugleich trug er, gelernter Archäologe und Kunsthistoriker, maßgeblich zur Gründung des „Instituts für Theatergeschichte“ 1926 bei. In der NS-Zeit wurde er seines Amtes enthoben. Rapp emigrierte 1939 über die Schweiz und Großbritannien in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1951 wirkte.
Gemeinsam erinnern die Studierenden der Theaterwissenschaft und der jüdischen Geschichte an Franz Rapp. Seine Briefe aus dem Exil erzählen vom Schmerz der Vertreibung, aber auch von der Hoffnung auf neue Anfänge, vom Überdauern freundschaftlicher Bande und der Wut auf die Täter:innen. Dazu präsentiert das Theatermuseum ausgewählte Archivalien aus seinen Beständen, die Franz Rapps Bedeutung für die Sammlungstätigkeit illustrieren – zum Entdecken und selbst Lesen.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Projektwoche „twm100. Münchner Theaterforschung seit 1926“ anlässlich der 1926 erstmals erfolgten Institutionalisierung der Theaterwissenschaft an der LMU München.
Teile der inhaltlichen Vorarbeit für diese Lesung entstanden im Forschungsprojekt „History of Theatre Studies“ (HOTS) der Universitäten Bern und Wien und wurden finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF).
twm100. Münchner Theaterforschung seit 1926
Sa, 20.6 – Sa, 27.6.
verschiedene Spielorte
Infos unter https://www.lmu.de/kunstwissenschaften/de/faecher/theaterwissenschaft/
Seit 1926 gab es in München Bestrebungen, die Theaterwissenschaft an der Universität als eigenständige Disziplin zu etablieren. Aus Anlass dieses Datums wirft das Institut für Theaterwissenschaft in einer einwöchigen Projektwerkstatt einen Blick auf seine ambivalente Vergangenheit – von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis zu den Studentenprotesten der 1960er-Jahre und den Studienerfahrungen ab den 80ies. In Talkrunden, Ausstellungen, szenischen Darbietungen, Workshops und beim abendlichen Pubquiz fragen wir aber auch: Wie können und wollen wir uns als Fach künftig positionieren – in der Wissenschaft, im Austausch mit den Alumni:ae, gegenüber der Theaterpraxis und im gesellschaftspolitischen Diskurs?
Termin
23. Juni 2026Dienstag, 10:00 Uhr