Gespräch
Spielräume erfinden
Bühnenbild im Theater

© Joel Heyd / Deutsches Theatermuseum München
Im Rahmen der mehrteiligen Veranstaltungsreihe „Theatermenschen“ begegnen sich die Bühnenbildnerinnen Katrin Brack und Marlene Lockemann zu einem Gespräch über die Gestaltung, Wirkung und Bedeutung von Theaterräumen. Moderiert von Susanne de Ponte, Sammlungsleiterin für Grafik und Modelle im DTM, sprechen sie über künstlerische Inspirationen und legendäre Bühnengestaltungen.
Von welchen praktischen und kreativen Herausforderungen ist der Arbeitsalltags einer Bühnenbildnerin geprägt? Wie wandeln sich Vorlieben, Materialien und gestalterische Mittel, wie die Zusammenarbeit mit Regisseurinnen und Regisseuren? Konkrete Inszenierungsbeispiele geben einen Einblick in die Vielfalt des Berufsfeldes – und in den ganz persönlichen Theaterkosmos der zwei Bühnenbildnerinnen, in einem nach wie vor männlich geprägten Theaterbetrieb.
Katrin Brack studierte Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Karl Kneidl. Später arbeitete sie an zahlreichen namhaften deutschsprachigen Bühnen, u. a. am Deutschen Theater Berlin, an der Volksbühne Berlin, an der Schaubühne, am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg, am Thalia Theater Hamburg, an den Münchner Kammerspielen und am Burgtheater Wien; sowie international: NT Gent, Toneelgroep Amsterdam, Het Toneelhuis Antwerpen, Théatre Vidy Lausanne, Théatre de la Ville Paris. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit den Regiepersonen Luk Perceval, Dimiter Gotscheff, René Polesch und Karin Henkel.
Katrin Brack erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 2000, 2002, 2004, 2006, 2007 und 2016 wurden Stücke mit ihren Bühnenbildern zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2004, 2005 und 2007 wurde sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift theater heute zur Bühnenbildnerin des Jahres gewählt. 2006 wurde sie mit dem Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet, 2007 und 2017 erhielt sie den österreichischen Theaterpreis Nestroy. 2017 wurde sie auf der Theater-Biennale Venedig für ihr Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, 2019 mit dem Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis. Von 2009 bis 2024 war Brack Professorin für Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
Marlene Lockemann entwickelte Bühnenräume u. a. für Inszenierungen am Berliner Ensemble, am Volkstheater und Residenztheater in München, am Theater Bremen, am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg, in der Hamburgischen Staatsoper, am Hebbel am Ufer in Berlin und auf Kampnagel in Hamburg. Für ihren Bühnenraum für "Katzelmacher", 2016 im Münchner Volkstheater (Regie Abdullah Karaca) wurde sie im Rahmen der Kritikerumfrage des Magazins Theater heute als beste Nachwuchsbühnenbildnerin des Jahres 2016 nominiert. Weitere Nominierungen in dieser Kategorie erfolgten 2021 für ihr Bühnenbild für "Elektra" (Regie: Rieke Süßkow) am Berliner Ensemble und 2022 für ihren Bühnenraum für "Danke, Deutschland!" (Regie: Dor Aloni) auf Kampnagel in Hamburg. Gemeinsam mit dem Team um den Regisseur Dor Aloni wurde sie mit "Danke, Deutschland!" 2020/2021 für den Körber Preis für junge Regie nominiert. Für "Mein Lieblingstier heisst Winter" am Schauspiel Frankfurt wurde Marlene Lockemann zweimal in der Kritiker*innenumfrage von Theater heute in 2023 nominiert – einmal als beste Nachwuchskünstlerin und einmal für das beste Bühnenbild.
Ihre Arbeit am Bühnenbild der aktuellen „Romeo und Julia“-Inszenierung des Residenztheaters ist in unserer Ausstellung „making THEATRE“ zu sehen.
Termin
10. Februar 2026Dienstag, 18:00 Uhr


