Deutsches Theatermuseum
Galeriestr. 4a
80539 München

Opening hours

Tuesday to Sunday
11 a.m. - 5 p.m.

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4 € Reduced

Dialogue series

Tagung zu Theater, deutsch-jüdischer Geschichte und NS-Erbe

MK: Revisiting Kammerspiele

Gruppenfoto, Nachlass Otto Falkenberg. Deutsches Theatermuseum, ID 313357.

Im Oktober feiern die Münchner Kammerspiele 100 Jahre im Schauspielhaus in der Maximilianstraße – aber, was oder wen gibt es aus historischer Sicht zu feiern? Die Tagung blickt auf die Geschichte der Kammerspiele in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und diskutiert sie im Kontext einer ambivalenten wie gewaltvollen deutschsprachigen (Theater)Geschichte. Gegründet als Privattheater von jüdischen Unternehmerfamilien spiegeln die Kammerspiele exemplarisch eine deutsch-jüdische Theaterkultur, die um 1900 prosperierte und auch die avancierten Theaterexperimente der Weimarer Zeit mit prägte. Im Nationalsozialismus wurde diese Kultur ausgelöscht, ihre Akteure verfolgt und ermordet, deren Infrastrukturen nationalsozialistisch angeeignet. Nach 1945 waren die vormaligen Verflechtungen deutsch-jüdischer Kultur nur als „negative Symbiose“ (Hannah Arendt) zu denken. Personelle und ideologische Kontinuitäten, Antisemitismus und Schuldabwehr prägten auch die Theater der frühen Nachkriegszeit. Expert*innen der Theater- und Musikwissenschaft, der Jüdischen Geschichte und Antisemitismusforschung diskutieren gemeinsam mit Theaterpraktiker*innen ihre Perspektiven auf diese (Theater)Geschichte. Diese weisen über die Geschichte der Kammerspiele im engeren Sinn hinaus und in die Kultur- und Ideenlandschaft des 20. Jahrhunderts wie auch hinein in die Gegenwart: wie erinnern, was befragen wir 2026?

Ziel der Tagung ist also einerseits, die Geschichte der Kammerspiele erstmalig interdisziplinär und stichprobenartig (etwa ausgehend von Materialien aus den Archiven) zu beleuchten. Andererseits diese Geschichte in den größeren Horizont der deutschsprachigen Theaterlandschaft und -infrastruktur des 20. Jahrhunderts zu betten oder – umgekehrt – von dort aus zu perspektivieren. Theater zeigt sich dabei als Raum von Handlungsmacht wie Bedrängnis zugleich, als Mittel gesellschaftlichen Dialogs wie als Infrastruktur von Verfolgung und Ideologisierung.

Kostenlose Anmeldung unter: kammerspiele@lrz.uni-muenchen.de


Highlights 


Neu erschlossen, neu befragt – der Nachlass Otto Falckenbergs im Deutschen Theatermuseum. Erkenntnispotentiale und Forschungsfragen
Beatrice Wichmann (Deutsches Theatermuseum München)
Do, 8.10.26 / Studiobühne (twm)
11:00 Uhr


Historizität von Gegenwart: Kulturinstitutionen und ihr NS-Erbe
Podiumsgespräch mit Barbara Mundel (Münchner Kammerspiele), Dorothea Volz (Deutsches Theatermuseum), Meike Wagner (LMU München), Esther Slevogt (Autorin, Berlin)
Fr, 9.10.26 / Werkraum (MK)
16:00 Uhr

 

Date

October 8, 2026
Thursday, 00:00